Wenn Sie mittels Lüften die
Wohnung trocken haben wollen:
Machen Sie die Fenster und/oder
Türen auf. Es soll ein kompletter Luftaustausch durch einige Minuten
Lüften erreicht werden. Wenn zwei gegenüberliegende Fenster geöffnet
werden, wird dies unterstützt.
Je kälter es draußen ist, um so kürzer ist zu lüften.
Dann die Luft erwärmen. Im Keller passiert dies im Winter auch ohne
zusätzliches Heizen, auf Grund der durch Erdwärme höheren
Kellerwandtemperatur. Auch in den anderen Räumen geht die in der Wand
gespeicherte Wärme durch das kurze Lüften nicht verloren. Durch die
Erwärmung wird die Feuchtigkeit von der Luft aufgenommen.
Die warme Luft mit erhöhter Luftfeuchtigkeit nach einiger Zeit wieder
austauschen. Mit der warmen Luft wird die Feuchtigkeit abtransportiert.
Steigt die Luftfeuchtigkeit bei erwärmter Luft nicht mehr, so ist fast
keine oder wenig Feuchtigkeit in der Mauer gespeichert. Sie müssen aber
berücksichtigen, dass ein bewohnter Raum durch Atem, Blumen, Kochen und
andere Dinge die Feuchtigkeit laufend erhöht werden kann. Es ist
sowieso vernünftig, alle bewohnten Räume immer wieder zu lüften!
Was passiert mit der frischen Luft im Raum nach dem Lüften?
- Wenn warme Luft abkühlt,
gibt sie Feuchtigkeit ab!
- Wenn kalte Luft sich
erwärmt, kann sie zusätzliche Feuchtigkeit aufnehmen!
Auch wenn es draußen regnet,
schneit oder neblig ist, kommt keine zusätzliche Feuchtigkeit in den
Raum, wenn die Außenluft ein paar Grad kühler ist und sich die frische
Luft noch im Raum erwärmt.
Dies ist eine einfache, aber grundlegende und wichtige
Gesetzmäßigkeit.
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Arbeitserleichterung durch isiCUT zu schätzen wissen!
Meist sind im Winter die Fenster im Keller zu und im Sommer dauernd auf.
Weil die meisten denken, wenn es draußen schön warm ist, trocknet auch
im Keller alles. Genau das Gegenteil tritt ein. In den Keller kommt
warme Luft von außen, kühlt ab und gibt dadurch Feuchtigkeit ab. Der
Keller wird also durchs Lüften im Sommer feucht!
Die beste Art im Winter zu lüften ist "kurzes Stoßlüften".
Längeres Lüften ist weniger gut geeignet, da hierdurch die
Speicherwärme aus den Wänden verloren geht. Um Kondenswasser
(Feuchtigkeit auf den Wänden) in Wohnräumen im Winter zu verhindern
sollte man folgendes machen (hier eine Faustregel für 20° C
Lufttemperatur):
Die Temperatur der Wände sollte an den kältesten Stellen nicht unter
15° C sinken. Es soll also ausreichend geheizt werden. Wohnung nur kurz
lüften, damit deiese nicht auskühlt. Die Nachtabsenkung soll nicht zu
hoch sein. Für gute Luftzirkulation sorgen. Die relative
Luftfeuchtigkeit sollte nicht über 65% steigen.
Einfache, aber wichtige Tipps:
- Türen ungeheizter Räume
geschlossen halten.
- Feuchtigkeit nach dem Baden
oder Duschen - wenn möglich - nach "außen" weglüften,
für
genügend Zirkulation sorgen, damit die Luft gelegentlich auch in
die Ecken kommt.
- Bei Möbeln an kalten
Außenwänden für genügend Abstand oder Hinterlüftung sorgen
(mind. 5 cm Abstand zur Mauer).
- Keine dampfdichten
Innendämmungen, dichte Farben, etc. verwenden.
- Bei Innenverkleidungen mit
Holz bei kalten Mauern muss die Hinterlüftung gut funktionieren.
Wieviel Feuchtigkeit entsteht
in einem normalem Vier-Personen-Haushalt?
In einer 100 qm großen
Wohnung (ca. 250m³ Luft) befinden sich bei 20° C Raumtemperatur und
55% relativer Luftfeuchtigkeit 2,3 Liter Wasser in der Luft. Im Laufe
von 24
Stunden entstehen in einem solchen Haushalt durch Kochen, Duschen,
Wäschetrocknen, Blumengießen, Wischen, etc. bis zu 10 Liter Wasser,
allein 4,8 Liter davon durch die Atmung.
Wenn diese
Feuchtigkeitsmengen nicht durch Lüften ausgetauscht werden, schlägt
sich diese an den Wänden und besonders gut sichtbar an den Fenstern
nieder. An einem Tag sollte demnach vier- bis fünfmal gelüftet werden!
Ein paar Tips zum Schlafzimmer!
Zwei Erwachsene atmen in
einer Nacht bis zu einem Liter Wasser aus. Ist der Raum klein und die
Luft zu kalt, so kann die Luft die Feuchtmengen nicht aufnehmen und es
kommt zur Kondensation an den kältesten Stellen. Wenn Sie ein
unbeheiztes Schlafzimmer haben, dann die Schlafzimmertüre geschlossen
halten. In der Nacht für Zuluft im Schlafzimmer sorgen, indem Sie das
Fenster einen Spalt offen lassen. Neue Fensterbeschläge haben eine
besondere Hebelstellung, durch die die Fugendichtheit aufgehoben wird
und etwas frische Luft in den Raum gelangen kann.
Urlaub auf dem Bauernhof im Attergau Nähe Attersee: Ferienwohnungen nach Bedarf
Beschlagene Fenster im Winter,
besonders am Morgen?
In vielen Wohnungen gibt es
im Winter am Morgen beschlagene Fenster. Hier ist es wichtig, abends vor
dem Schlafengehen einen kompletten Luftwechsel durchzuführen. Ansonsten
steigt die Luftfeuchtigkeit während der Nacht durch die Nachtabsenkung
der Heizung zur Abkühlung der Luft. Die kühlere Luft
"schwitzt" an den kälteren Oberflächen.
Wärmebrücken gibt es in den meisten Wohnungen, aber richtig Probleme
damit gibt es erst, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist. Mit mehr
Strahlungswärme in der Wohnung sind die Wände wärmer als die Luft.
Dies würde viele Probleme erst gar nicht entstehen lassen.
Schimmelpilzprobleme in
modernen Wohnungen?
Schimmelpilzprobleme gibt
es auch in modernen Wohnungen. Meistens ist es hier ein Lüftungsproblem, in wenigen Fällen fehlt es an der
Wärmedämmung. Auch zuwenig geheizte Räume lassen Schimmelpilze wachesn.
Diese siedeln sich überall dort an, wo durch Feuchtigkeit Nährstoffe frei
(bzw. zur Verfügung gestellt) werden.
Oft wird beim Stichwort Schimmelpilz der Fehler bei der Dämmung gesucht. In vielen Fällen liegt es gar
nicht an der Dämmung, sondern an
mangelnder bzw. falscher Belüftung und unzureichender Beheizung. Bei einem großen Teil der Probleme mit den
Schimmelpilzen handelt es sich um bereits gut gedämmte Neubauten.
Auch im Sommer kann es bei Häusern mit Außendämmung Schimmel geben. Das hat einen einfachen Grund. Im Sommer liegt die Dämmung auf der
wärmeren Seite. Also sind die Temperaturen innen etwas geringer als
außen. Beim Lüften gelangt also wärmere Luft in kühlere Räume, die
relative Luftfeuchtigkeit steigt mit der folgenden Abkühlung der Luft.
An Tagen mit hoher Luftfeuchtigkeit genügen bereits 2° C bis 3° C
Abkühlung, um eine Kondensation der Luft zu erreichen. Damit schlägt
sich Feuchtigkeit auf die Mauern nieder!
Die wichtigsten Punkte als
Zusammenfassung
(die Anwendung der Regeln bezieht sich auf die gängigen
Standards im Hausbau!):
- die Kellerfenster im Sommer
(fast) schließen, damit die feuchte und warme Luft sich nicht an den
Kellerwänden niederschlägt. Unter Umständen das Kellerfenster einen
Spalt offen lassen, damit es im Keller nicht "muffig" wird
(Keller können im Sommer in der Nacht oder kälterem Wetter gut
gelüftet werden!).
- den Keller im Winter lüften,
damit die kältere Luft die Feuchtigkeit im Keller aufnehmen kann
- Regale im Keller an den
Innenwänden, nicht an den Außenwänden aufstellen
- das Schlafzimmer gleichmäßig
auf "Schlaftemperatur" heizen
- vor dem Schlafen und nach dem
Aufstehen das Schlafzimmer kurz lüften.
- während des Schlafes im
Schlafzimmer für Frischluftzufuhr sorgen und das Fenster einen Spalt
offen lassen oder bei neueren Fenstern die entsprechende Hebelstellung
wählen
- Badezimmer, wenn möglich, mit
(leicht) geöffnetem Fenster benutzen - die Feuchtigkeit kann sofort
entweichen. Wenn eine Entlüftung eingebaut ist, diese während der
Badezimmernutzung aktivieren. Nach der Benutzung kurz Fenster geöffnet
halten bzw. die Entlüftung nachlaufen lassen.
- In der Küche entsteht die meiste
Feuchtigkeit, besonders in Wohnküchen. Wenn irgend wie möglich, sollte
eine Abluft-Dunstabzugshaube installiert werden, da die meiste
Feuchtigkeit beim Kochen entsteht. Während und kurz nach dem Kochen,
Wischen und Abwaschen sollte gelüftet werden.
- Schränke in allen Räumen
generell nicht an die Außenwand stellen. Wenn es trotzdem sein muss,
dann wegen der Hinterlüftung genügend Abstand zur Außenmauer lassen
(5 cm aufwärts).
- Lüften bei Regen hat in der
Regel eine gute Wirkung, wenn/da die Außentemperatur niedriger ist als
die Raumtemperatur!
- kühlere Räume nicht mit der
Luft von wärmeren Räumen heizen - Kondensatbildung an den Wänden
(Türen schließen)!
Messen der Luftfeuchtigkeit in
Wohnräumen mittels Hygrometer
Noch ein Tipp: Wenn Sie wissen
möchten, wie hoch die Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen ist, so können Sie
sich ein Hygrometer kaufen. Die Luftfeuchtigkeit sollte im Bereich zwischen
40 bis 60 Prozent liegen. Genügend genaue Hygrometer erhalten Sie im
Elektronikhandel ab ungefähr 5 Euro.
Näheres zu dieser Thematik entnehmen Sie bitte dem Buch
"Lüftungsleitfaden: Richtiges Lüften und Heizen, Energie sparen,
Schimmelfrei wohnen" von Ernst Vill, ISBN: 3-934139-01-9. Sehr
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